Das Evangelium
Das Evangelium – die gute Botschaft von Jesus Christus
Um die Botschaft von Jesus Christus, die den Kern des christlichen Glaubens darstellt, verstehen zu können, müssen wir zurückgehen – bis ganz an den Anfang dieser Welt. Die Bibel erklärt uns, dass diese Welt nicht etwa von allein durch Zufall entstanden ist, sondern dass sie von einem weisen und allmächtigen Schöpfer aus dem Nichts geschaffen wurde.
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. (1. Mose 1,1)
Die Natur selbst, mit ihrer herrlichen Schönheit und unbeschreiblichen Komplexität, ist dabei ein eindeutiger Hinweis auf diesen Schöpfergott. Es ist für uns Menschen klar, dass komplexe Dinge nur durch Intelligenz und Planung, aber niemals durch Zufall entstehen können. Anfang des Jahres 2024 wurde in der Ostsee eine Mauer aus längst vergangenen Jahrhunderten entdeckt. Eigentlich ist nur noch eine Reihe von unnatürlich aufgehäuften Steinen davon übrig geblieben. Aber die Forscher sind sich sicher, dass diese Ansammlung von Steinen nicht auf natürlichem Weg und nicht von allein entstanden ist, sondern von Menschen vor vielen hundert Jahren gebaut wurde. Wenn wir schon bei einer einfachen Mauer sicher sein können, dass sie von einem intelligenten Wesen geplant und gebaut wurde, sind dann die Wunder der Natur – wie etwa der Aufbau und die Funktion unseres Körpers oder die Entstehung eines Kindes im Bauch der Mutter – nicht ein überwältigender Hinweis auf einen Schöpfer? Kein Wunder, dass auch nach Jahrzehnten intensiver Forschung die wissenschaftlichen Experten immer noch nicht einmal ansatzweise beweisen konnten, dass Leben und Komplexität von allein und aus dem Nichts entstehen können. Selbst mit ihrer gesammelten Intelligenz haben sie es nicht geschafft, Leben zu erzeugen oder auch nur eine gerade verstorbene Zelle wieder zum Leben zu erwecken. Und so weist die Bibel darauf hin, dass die Schöpfung seit jeher so laut von einem Schöpfer redet, dass es kein Mensch überhören kann.
…weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat; denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben. (Römer 1,19–20)
Bei der Schöpfung beginnt auch die Geschichte von uns Menschen. Gott hat den Menschen als Mann und Frau nach seinem Ebenbild geschaffen, also mit Eigenschaften, die auch er selbst hat.
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. (1. Mose 1,27)
Diese Eigenschaften – wie Verstand, Kreativität, Wille und Moral – unterscheiden den Menschen von allen anderen Geschöpfen. Mit dieser außergewöhnlichen Stellung in der Schöpfung hat Gott dem Menschen auch eine besondere Verantwortung für sein Leben und seine persönlichen Entscheidungen übertragen. Gott erwartete von jedem von uns, dass wir ihn als Gott und Schöpfer anerkennen, seine Regeln und Ordnungen einhalten und in Liebe miteinander umgehen.
Als Gott die ersten Menschen schuf, war ihre Beziehung untereinander und ihre Beziehung zu Gott vollkommen. Weil Gottes hervorragende Eigenschaft Liebe ist, hat er uns Menschen für eine Liebesbeziehung zu sich selbst und für liebevolle Beziehungen untereinander geschaffen. Die Menschen lebten in einem paradiesischen Garten in perfekter Harmonie mit Gott, miteinander und mit allen anderen Lebewesen.
Dieser vollkommene Zustand blieb allerdings leider nicht bestehen, weil die Menschen das einzige Gebot brachen, das Gott ihnen zu dieser Zeit gegeben hatte. Er hatte ihnen verboten, die Früchte eines bestimmten Baumes („des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen“) zu essen, doch genau dieses eine Gebot übertraten die ersten Menschen. Der Teufel, selbst ein Engel, der zuvor gegen Gott rebelliert hatte, verführte die Menschen dazu, sich ebenfalls gegen Gott aufzulehnen. Anstatt Gottes Herrschaft anzuerkennen, wollten sie sein wie Gott und selbst über die Regeln ihres Lebens entscheiden.
Die Auflehnung des Menschen gegen Gott hatte schlimme Konsequenzen für die ganze Schöpfung und für alle Menschen, die seitdem auf dieser Erde lebten. Zum einen kam der körperliche Tod in die Welt und mit ihm Vergänglichkeit, Krankheit sowie jede Art von Mühsal und Leid, die wir aus dem Leben kennen. Diese sichtbaren Schwierigkeiten sind jedoch Ausdruck einer noch viel schrecklicheren Tatsache, die durch die Auflehnung des Menschen entstanden ist.
Gott hat noch eine weitere hervorragende Eigenschaft: Er ist vollkommen rein und gerecht. Das hat zur Folge, dass er nichts Böses – also auch keine rebellischen Menschen – in seiner Gegenwart dulden kann und dass er auf jede Sünde mit einer gerechten Strafe reagieren muss. Genauso, wie wir es auch von einem gerechten irdischen Richter erwarten würden. Die Strafe für die Schuld der Menschen war eine ewige Trennung der Seele von Gott; die Bibel nennt das den „geistlichen Tod“.
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod … (Römer 6,23)
In diesem Zustand können wir Menschen für alle Ewigkeiten keine Gemeinschaft mit Gott haben. Nach dem irdischen Tod erwartet uns somit nicht etwa eine Erlösung, sondern ewige Verdammnis und Gericht.
Jeder Mensch, der seitdem auf dieser Welt geboren wurde, lebt in derselben Auflehnung gegen Gott wie unsere Vorfahren. Wir Menschen handeln nach unseren eigenen Ideen und Maßstäben und halten uns nicht an Gottes Gebote. Wir wollen sein wie Gott und selbst entscheiden, was gut und richtig ist, und erkennen dabei Gott nicht als den Schöpfer und den Herrn unseres Lebens an. All das, was Menschen gegen Gottes Anweisungen tun, nennt die Bibel Sünde.
Damit niemand behaupten kann, er habe von Gottes Anforderungen und Maßstäben nichts gewusst, hat Gott dem Menschen ein moralisches Gewissen gegeben, das jeden Menschen an Gottes Willen und seine Gebote erinnert.
…da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen. (Römer 2,15)
Es gibt viele Dinge, von denen jeder Mensch weiß, dass sie böse sind, wie etwa lügen, stehlen, morden, andere ausnutzen, lästern, sexuelle Unmoral oder Neid. Wenn wir Dinge tun, die böse sind, haben wir ein „schlechtes Gewissen“. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Produkt der Gesellschaft, das uns allein durch Erziehung oder Gewöhnung anerzogen wurde. Es ist vielmehr ein göttliches Instrument, das uns helfen soll, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Unser Gewissen wird zwar auch durch unsere Umwelt geprägt, sodass uns irgendwann Dinge als normal oder sogar gut vorkommen, die Gott absolut nicht gefallen, doch in anderen Bereichen bleibt das Gewissen immer noch empfänglich und erinnert uns andauernd an Gottes Maßstäbe für unser Leben. Es gibt wohl niemanden, der behaupten würde, dass er noch nie etwas getan hat, bei dem ihm ein schlechtes Gewissen kam. Durch diese Regungen unseres Gewissens weist uns Gott auf eine reale Schuld hin, die wir ihm gegenüber und gegenüber anderen Menschen haben.
Unser Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse funktioniert an einer Stelle besonders gut und zuverlässig – nämlich dort, wo wir das Verhalten anderer Menschen beurteilen. Dass Lügen verkehrt ist, ist uns besonders dann bewusst, wenn wir selbst belogen werden und die Verletzung und den Schaden persönlich erfahren. Dass wir bei anderen klar und deutlich erkennen, wann sie gut und wann sie böse handeln, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass unser Gewissen funktioniert und uns die Maßstäbe Gottes für gut und böse bekannt sind.
Darum bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, wer du auch seist, der du richtest! Denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst; denn du, der du richtest, verübst ja dasselbe! (Römer 2,1)
So sind wir Menschen also alle in derselben Situation: Jeder hat Schuld auf sich geladen, niemand hat alle Gebote Gottes eingehalten, niemand ist vollkommen gerecht. Und es ist auch klar, dass wir die Schuld unseres Lebens nicht einfach durch ein paar gute Taten ausgleichen können. Genauso wenig, wie es gerecht wäre, einem Verbrecher seine Schuld zu erlassen, weil er auch einige gute Dinge getan hat, können wir unsere Schuld vor Gott durch gute Werke ausgleichen. Alle Menschen befinden sich also in einer absolut ausweglosen Situation – getrennt von Gott, dem Schöpfer der Welt und der Quelle von wahrem, ewigem Leben. Für das Leben in dieser Welt bedeutet das, dass der Mensch sein schlechtes Gewissen niemals los wird und keinen Frieden im Herzen findet, und für die Ewigkeit bedeutet es ewige Verdammnis.
…denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten. (Römer 3,22b–23)
Das alles wäre keine gute Botschaft, und Gott wäre auch kein Gott der Liebe, wenn die Geschichte an dieser Stelle enden würde. Gott sei Dank gibt es eine Lösung für das Problem unserer Schuld. Nicht etwa, weil Menschen einen Ausweg gefunden hätten oder weil Gott bei der Sünde einfach ein Auge zudrückt – nein, die Lösung des Problems der Sünde hatte einen unendlich teuren Preis. Weil kein Mensch seine Schuld selbst beseitigen kann, weil niemand sich von seiner Schuld freikaufen kann, hat Gott selbst in seiner Gnade dafür gesorgt, dass die Schuld aller Menschen bezahlt wurde.
Er hat vor etwa 2000 Jahren seinen geliebten Sohn Jesus Christus als Mensch auf die Erde kommen lassen. Jesus war ein Mensch wie wir – mit einem entscheidenden Unterschied: Er war der Einzige, der nie einen Fehler gemacht und keine Sünde begangen hat. Kein sündiger Gedanke, kein falsches Wort, keine einzige lieblose, egoistische Tat. Er war vollkommen gehorsam, rein und gerecht. Er war der einzige Mensch, der von sich aus ewiges Leben und vollkommene Gemeinschaft mit Gott hatte und nicht durch Schuld und Rebellion von ihm getrennt war. Und dieses vollkommene und gerechte Leben hat Jesus aufgegeben. Er ließ sich an ein Kreuz schlagen und starb. Nicht wegen seiner eigenen Schuld, sondern weil nur durch den Tod des vollkommen gerechten Sohnes Gottes die ganze Schuld der Welt bezahlt und beglichen werden konnte. Die Schuld aller Menschen wurde auf ihn geladen, und er starb anstelle der Menschen, die wegen ihrer Schuld den Tod und die ewige Trennung von Gott verdient hätten. Das ist die gute Botschaft von Jesus Christus.
Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden. (2. Korinther 5,21)
Dem Menschen bleibt nun nur eine Sache, die er tun muss und die Gott von ihm erwartet: Er muss das Opfer Jesu für sich persönlich annehmen. Er muss erkennen, dass er auch wegen seiner Schuld die ewige Verdammnis und Trennung von Gott verdient hat, und er muss glauben, dass der Sohn Gottes auch an seiner Stelle am Kreuz gestorben ist. Wer das einsieht und glaubt, und wer bereit ist, sein Leben zu ändern und fortan Gott gehorsam sein will, dem schenkt Gott vollkommene Vergebung und ewiges Leben. Gott betrachtet den Gläubigen von nun an als gerecht, rein und ohne Schuld, weil ihm durch den Glauben die vollkommene Gerechtigkeit Jesu angerechnet wird.
So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes. (Römer 3,28)
Das ist also die Lösung für die Schuld in unserem Leben. Nicht, dass wir versuchen, Gott aus eigener Kraft durch gute Werke zu beeindrucken und versuchen, „gute Menschen“ zu sein. Nicht, dass wir uns herausreden, unsere Schuld verharmlosen oder sogar leugnen. Sondern, dass wir einsehen, dass wir ohne Gottes Liebe und Gnade und ohne seine Erlösung durch Jesus Christus für alle Ewigkeiten verloren sind. An dieser einen Frage entscheidet sich unser persönliches Schicksal. Für den, der Gottes Gnade annimmt, ist es die beste Botschaft der Welt und der Beginn eines neuen Lebens.
Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. (Römer 1,16)